Feste und Feiern

11 Hütten in 17 Vereinsjahren! Das war natürlich ein guter Grund um zu feiern. Am 5. März 1887 fand eine Festlichkeit statt, "die sich durch ihren prächtigen Verlauf und die außerordentliche Betheiligung durch die Elite der deutschen Gesellschaft Prags auszeichnete. Besondere Heiterkeit erregte hiebei die Aufführung eines vom Bankier Leop. Sachs und Prof. Friedr. Steiner verfaßten alpinen Schwanks 'Die Stüdlhütte'." (aus "Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Section Prag des Deutschen und Österreich. Alpenvereins")

Die Sektion Prag schien überhaupt eine sehr feierfreudige gewesen zu sein, denn aus derselben Quelle erfahren wir von anderen Festlichkeiten, z.B. dem legendären "Zillertaler-Ballfest" ein Monat zuvor: "Am 5. Feber 1887 veranstaltete die Section in Gemeinschaft mit dem Deutschen Männergesangsvereine in den durch Maler Kirnings Meisterhand als Zillerthaler Hochgebirgslandschaft decorierten, prächtigen Räumen des Grand Hotel ein alpines Costümfest, dessen Glanzpunkt eine Reihe von lebenden Bildern nach Defregger, sowie ein imposanter Festzug bildeten." (zwei der erwähnten "lebenden Bilder" finden Sie im Bildlauf rechts. )

Ein Jahr später, am 2. Feber 1888 gab es wieder ein alpines Ballfest unter dem Titel "Ein Sommernachtstraum auf der Alm" und am 29. November eine Feier "zu Ehren des Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers".

Anlass für ein großes Fest war auch das 25-Jahr-Jubiläum der Sektion. Eine aufwändig gestaltete Festschrift wurde herausgegeben. (Wir haben daraus schon zitiert.)  

 

Johann Stüdl zum 70er.

Ausgiebig gefeiert wurde - wie könnte es anders sein - auch Johann Stüdls 70. Geburtstag. Von allen Seiten wurde er hochgelobt und hochgeehrt, dass es dem bescheidenen und zurückhaltenden Menschen fast peinlich war.

Mit einer prachtvollen Urkunde im Samteinband ernannte die Sektion Prag ihren Obmann zum Ehrenmitglied. Später folgten Ehrenmitgliedschaften der Sektionen Dresden, Halle, Hannover, Teplitz, Akademische Sektion Wien und Sektion Donauland. 

Stüdls Bronzerelief, das Geschenk der Sektion Prag zum 70er.

Der Vorstand des DAV überreichtedieses Bronze-Relief mit seinem Abbild, welches heute seinen Grabstein auf dem Salzburger Kommunalfriedhof ziert. (Siehe: > "Salzburg / Der Schatten des Todes")

Ein Abguss davon findet sich an der Außenwand der Payerhütte und seit 1982 auf der Gedenktafel von Stüdls Sterbehaus, Salzburg, Judengasse 1 (Siehe:  > "Startseite"). 

Mehr über die Feiern zu Stüdls 70er erfahren Sie hier: > "Das Geschäft / Geschätzt und hochgeehrt".

 

 

 

 

Selbstverständlich war auch die Eröffnung jeder Hütte ein Grund zum feiern. Feste über Feste also, aber auch Arbeit! 11 Hütten zu verwalten, da war Stüdl mit seinen Helfern schon gefordert, denn Stürme, Lawinen und Wassereinbrüche sorgten immer wieder für größere Schäden, die behoben werden mussten. Dazu kam die Neuanlage bzw. die Adaptierung von bestehenden Wegen vor allem rund um die Hütten.

Auch, wenn die Bauarbeiten selbst durch die Führer oder andere Arbeitskräfte aus den Talorten durchgeführt wurden, gab es doch einen enormen organisatorischen Aufwand, der kaum mehr zu bewältigen war, weshalb die Sektion Prag sich im Laufe der Zeit von 4 ihrer Hütten trennte, und sie an andere Sektionen weitergab.

 

Weiter: > "Der 1. Weltkrieg und die Folgen"

"Lebende Bilder" beim "Ballfest im Zillertal" Der Bergführer tanzt mit Stüdls Gattin Hermine. Etwas skeptisch sieht der Gatte dem Treiben zu (links im Bild stehend).
"Lebende Bilder" beim "Ballfest im Zillertal". Die Bergführer ehren Johann Stüdl.
grüner Samteinband mit Metallbeschlägen, 44,5 cm x 57 cm für die Urkunde im nächsten Bild.
Große handgeschriebene Urkunde: Johann Stüdl wird Ehrenmitglied der Sektion Prag.