Stüdls Funktionen im AV

Man kann das Kapitel über den Alpenverein nicht schließen, ehe man nicht auch über Stüdls Engagement und seine Leistungen im Gesamtverein berichtet hat. 

Hüttenbau

Durch den Bau seiner eigenen Hütte, sowie der Hofmannhütte, war er von Anfang an die Kapazität für Hüttenbau. Als solche bekleidete er durch viele Jahre das Amt des Hütten- und Wegewartes im AV. Es gibt kaum eine Hütte, die während seiner "Amtszeit" errichtet worden ist, wo er nicht an der Standortsuche beteiligt gewesen und den ausführenden Sektionen mit Rat und Tat zur Seite gestanden wäre. Von ihm gezeichnete Hüttenpläne wurden mehrfach prämiert, und der von ihm veröffentlichte Artikel "Über Hüttenbau" fand auch außerhalb des DuÖAV große Beachtung. (Nachzulesen in der Zeitschrift des  Deutschen und Österreichischen Alpenvereins von 1877. Zu finden hier: http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=oav&datum=18770004&seite=00000169 .

Um die Verpflegung der Touristen zu verbessern, initiierte Stüdl zunächst die Einrichtung von Proviantdepots und später die Bewirtschaftung der Hütten. Auch hier war er mit seiner Stüdlhütte Vorreiter.

Unzählige Handschriften, in langen Ordnerreihen, geben beredtes Zeugnis von seinen unermüdlichen Aktivitäten für den Verein: Briefe, Vertragsentwürfe und natürlich die Verträge selbst, Eingaben, Abrechnungen, Hüttenordnungen etc.

1879 wurde von einer Komission, bestehend aus Stüdl, Eduard Richter und Fischer von Röslerstamm, eine eigene Wege- und Hüttenbauordnung ausgearbeitet und behördlich genehmigt.

Bergführerwesen

Johann Stüdl hatte sich außerdem, schon vor der Gründung des DAV, des Bergführerwesens angenommen und in Kals den ersten Bergführerverein der Ostalpen gegründet. Später folgten Führervereine in Heiligenblut (mit Hofmann zusammen), Matrei i.O., Prägraten, Sulden, Trafoi, Gomagoi, Matsch und Meierhofen im Zillertal.  Die von Stüdl entworfenen Statuten hatten in der Folge für den gesamten Ostalpenraum Gültigkeit. Mit Franz Senn zusammen verfolgte er das Ziel einer allgemeingültigen amtlichen Führerverordnung für Vorarlberg und Tirol, die nach einigen Schwierigkeiten auch bewilligt, und von den anderen Kronländern der Monarchie übernommen wurde. (Mehr darüber finden Sie auf der Seite > "Lesestoff / Hausarbeit von Margarethe Rachbauer / Das Bergführerwesen.", eine Abschrift der von Stüdl verfassten Statuten des Kalser Führervereins im Anhang auf Seite 97.) 

Wiederholt wurde Stüdl auch das Amt des 1. Vorsitzenden des Vereines angetragen. Entschieden lehnte er dies aber ab. Er wusste, dass er oft an seine Leistungsgrenzen ging, und dass er sich nicht noch mehr aufbürden konnte. Trotzdem hatte er auch im Gesamtverein immer ein gewichtiges Wort mitzureden.

Stüdl hatte nicht nur die Entwicklung "seiner" Sektion Prag zu einer der bedeutendsten des Vereines bewirkt, auch in anderen Sektionen engagierte er sich mit seiner Erfahrung und seinem Wissen. Zum Dank wurde er von folgenden Sektionen zum Ehrenmitglied ernannt: Akademische Sektion Wien, Donauland, Dresden, Bad Goisern, Halle an der Saale, Hannover, München und Teplitz in Nord-Böhmen.

Bis ins hohe Alter verfolgte er die Entwicklung des Vereines mit größter Anteilnahme und erhob seine Stimme, wenn er glaubte, dies im Interesse des Vereines tun zu müssen.

Ehrenmitgliedschaft

Wiederholt wurde Stüdl auch das Amt des 1. Vorsitzenden des Vereines angetragen. Entschieden lehnte er dies aber ab. Er wusste, dass er oft an seine Leistungsgrenzen ging, und dass er sich nicht noch mehr aufbürden konnte. Trotzdem hatte er auch im Gesamtverein immer ein gewichtiges Wort mitzureden.

Stüdl hatte nicht nur die Entwicklung "seiner" Sektion Prag zu einer der bedeutendsten des Vereines bewirkt, auch in anderen Sektionen engagierte er sich mit seiner Erfahrung und seinem Wissen. Zum Dank wurde er von folgenden Sektionen zum Ehrenmitglied ernannt: Akademische Sektion Wien, Donauland, Dresden, Bad Goisern, Halle an der Saale, Hannover, München und Teplitz in Nord-Böhmen.

Bis ins hohe Alter verfolgte er die Entwicklung des Vereines mit größter Anteilnahme und erhob seine Stimme, wenn er glaubte, dies im Interesse des Vereines tun zu müssen.

 

 

Weiter: > "Nationalismus und Antisemitismus"

Johann Stüdl war unbestritten der Fachmann für Hüttenbau innerhalb des Alpenvereins. Ungezählte Pläne hat er gezeichnet oder zumindest begutachtet.
Handschriftlicher Entwurf der Statuten für den Führerverein in Kals von Johann Stüdl. (Aus "Kals im Banne des Großglockners", herausgegeben 1985 vom Österreichischen Alpenverein.)
Zu sehen im Heimatmuseum von Kals: Das Protokollbuch für den Kalser Führerverein, gewidmet und beschriftet von Johann Stüdl.