Der Bergpionier / Frühe Bergerfahrung

Johann Stüdl ist in Prag geboren und aufgewachsen, für die damalige Zeit weit entfernt von den hohen Bergen. Es verwundert daher, dass gerade er einer der herausragendsten Erschließer der Alpen wurde.  

Die Freundschaft zu den Söhnen des Landschaftsmalers Max Haushofer, der den jungen Hans auf Wanderungen in den Böhmerwald mitnahm, brachte die ersten Kontakte zu den Bergen. Anlässlich seines Aufenthaltes in Haushofers Künstlerkolonie auf der Fraueninsel 1857 unternahm er mit seinen Freunden eine Wanderung auf die Kampenwand im Süden des Chiemsees, die einen tiefen Eindruck in ihm hinterließ. (Lesen Sie mehr darüber bei > "Kindheit und Jugend / Kampenwand")  

Auch sein Geografieprofessor Dr. Wilhelm Kögler, selbst ein begeisterter Bergsteiger, verstand es, in Stüdl die Liebe zu den Bergen zu wecken.  

Gesundheitliche Probleme führten ihn 1861 zur Rekonvaleszenz ins Berchtesgadener Land auf die Kührointalm, im Osten des Watzmann. (8 Jahre später, 1869 glückte ihm - trotz widriger Umstände - zusammen mit seinem Freund Karl Hofmann die Erstüberschreitung der Watzmann-Mittelspitze ins Wimbachtal. Siehe > "Der Watzmann").

Als es ihm wieder besser ging, wanderte er über Bad Kreuth und den Achensee ins Zillertal und weiter, über Krimml dem Großglockner zu ... und umschritt damit, ohne es zu ahnen,  sein späteres Wirkungsgebiet.

Noch lag der Großglockner in weiter Ferne - eine Vision - ein Traum vielleicht. Kaum 10 Jahre später war Johann Stüdl der bewunderte und hochgeschätzte "Glocknerherr".
Die Fraueninsel im Chiemsee mit der Kampenwand im Hintergrund.
Zur Reconvaleszenz auf der Kührointalm am Fuße der Watzmannfrau
Dieses Bild vom Achensee hat Stüdl wahrscheinlich auf, oder nach dieser Reise 1861 gemalt.