Bergtouren für den Alpenverein

In den letzten Jahren standen die Bergtouren, die Stüdl nun unternahm fast immer auch mit Alpenvereinsaktivitäten in Zusammenhang. Die nächste - und letzte - Eintragung im Fremdenbuch von Kals am 23. August 1875 beweist dies nachdrücklich, auch wenn es am Anfang nicht danach aussieht:

"Unvergesslich wird mir der Empfang bleiben, der uns am 23. August abends bei der Ankunft in Kals von Seite der Kalser, der Führer und am Überraschendsten durch einen von obigen Herren aus Graz (etwa 10 Personen, die offenbar zufällig an diesem Tag von Zell am See über Fusch, Ferleiten, die Pfandlscharte, Franz-Josefshöhe, Pasterze, Heiligenblut, Katzensteig und Bergertörl nach Kals gekommen waren, und sich vor Stüdl in das Buch eingetragen hatten) vorgetragenen Gesang geworden ist. Ich fühle mich diesen Herren, welche alle Anwesenden durch ihre wunderschön vorgetragenen Kärntner Lieder auf das Angenehmste erfreut haben, zu großem Danke verpflichtet u. ebenso den biederen Kalsern. Auf der programmmäßigen Tour von Zell am See - Obersulzbachthal - Einweihung der Kürsinger Hütte - Wind. Matrei, Thörl, Kals inbegriffen, beabsichtigen wir heute zur Glocknerhütte (Stüdlhütte) zu steigen, in der Dorfer Alm zu übernachten, um am 25tn der Einweihung der Rudolfshütte beizuwohnen u. denselben Tag nach Uttendorf hinabzusteigen.

                                                       Johann Stüdl            Carl von Lama."

Nebenbei bemerkt, findet sich auf der nächsten Seite ein Eintrag von Prof. Eduard Richter mit dem Hinweis, dass er ebenfalls von der Einweihung der Kürsingerhütte kommend zur Eröffnungsfeier der Rudolfshütte unterwegs war - wohl mit Stüdl gemeinsam.

Viele Touren wird Johann Stüdl unternommen haben, von denen es keine Aufzeichnungen gibt. So in den "Zillertalern", die er sich mit seiner Sektion Prag nach der Glocknergruppe zum Arbeitsgebiet erkor und wo er neben Hütten- und Bergführerwesen der Kulinarik besonderes Augenmerk schenkte. (siehe > "Die Familie / Gattin Hermine")

Oder in der Ortler-Gruppe, wo er für die Errichtung der Payerhütte verantwortlich war, selbst die Pläne zeichnete, den Bauplatz bestimmte, Verträge zum Grundankauf und Bauausführung schloss sowie die Baustelle sorgfältig überwachte.

Die Liste seiner Unternehmungen für den AV und die Sektion Prag ließe sich noch lange fortsetzen. Viel davon finden Sie auf der Seite > "Der Alpenverein  Die Hütten der Sektion". Alles aufzuzählen würde aber den Rahmen dieser Website bei Weitem sprengen!

 

Weiter: > "Meine Berge, mein Leben - über 80"

Johann Stüdl war bei der Eröffnung der neuen Kürsinger Hütte anwesend, ...
... nachdem er selbst die Pläne dafür gezeichnet hatte.
Nur wenige Tage später, am 25. August 1875 wurde auch die Rudolfshütte feierlich eingeweiht.
Auch deren Pläne stammen von Johann Stüdl.
Stüdls wichtigstes Projekt war die Payerhütte. Hier kümmerte er sich um jedes Detail.