Gattin Hermine

Johann Stüdl heiratete am 15. 9. 1872 Hermine Wenzel (geb. 7. 4. 1852), ein Mädchen aus gutbürgerlicher Familie.

 

 

Eltern und Geschwister von Hermine Stüdl

 

 

 

Stammtafel der Familie Wenzel

Die Eltern:

Josef Anton Wenzel (geb. 9. 3. 1805, gest. 7. 4. 1891) war neben 3 Schwestern der einzige Sohn von Johann Josef Wenzel (geb. 6. 3. 1766, gest. 22. 9. 1825), Hausbesitzer in Schönlinde bei Rumburg in Böhmen und Marie Anna Wenzel, geborene Weissgärber, verwitwete Heinrich aus Schönlinde (geb. um 1768, gest. 11. 8. 1830). Josef wurde Kaufmann und heiratete am 1. August 1779 seine Jugendfreundin Antonie Grohmann. 2 Kinder wurden in Schönlinde geboren, dann trat Josef in das große Wäschegeschäft seines Schwagers Josef Grohmann in Wien ein. Später übernahm er das Wäschegeschäft "Zum Rumburger" in Prag.

Antonie Wenzel, geborene Grohmann
(geb. 26. 6. 1813, gest. 4. 10. 1894) war die Tochter des Kaufmannes Joseph Johann Grohmann (geb. 1. 8. 1779, gest. 1. 5. 1851) aus Schnauhübl und Maria Brigitta Grohmann, geb. Münzel (geb. 5. 2. 1781, gest. 25. 6. 1866) aus Schönlinde.

(siehe auch Foto im rechten Bildlauf.)

 

 

Die Geschwister:

Auguste Wenzel (geb. 1. 5. 1836, gest. ? 7. 1906) heiratete am 8. 9. 1860 den Kaufmann Franz Mencik (geb. 24. 1. 1824, gest. 2. 7. 1902).

(siehe auch Foto im rechten Bildlauf.)

 

 

 

 

Robert Wenzel (geb. 2. 1. 1838, gest. 12. 11. 1903) heiratete am 28. April 1867 Caroline (Lina) Unger (geb. 21. 9. 1876, gest. 5. 7. - oder 24. 6. - 1924) und übernahm das Manufakturwarengeschäft seiner Schwiegereltern.

(siehe auch Foto im rechten Bildlauf.)

 

 

 

 

Heinrich Wenzel (geb. 16. 6. 1840, gest. 4. oder 5. 11. 1911) war Kaufmann (oder Agent) in Tetschen. Er war Mitglied der von Johann Stüdl gegründeten Sektion Prag des DuÖAV und unternahm einige größere Bergtouren in den Ostalpen und den Dolomiten.
Vor allem tat er sich aber als einer der wichtigen Erschließer der Sächsischen Schweiz hervor und gehörte in seinen späteren Lebensjahren (ab 1882) zu den wichtigsten Felskletterern im Elbsandsteingebirge, wo er einige Erstersteigungen ausführte.

Auf der Seite "Lesestoff" dieser Homepage finden Sie die Abschrift eines Aufsatzes über ihn, erschienen in der Zeitschrift "Aus der sächsischen Bergsteigergeschichte", Dresden, Heft 21, verfasst von Albrecht Kittler. Klicken Sie hier: > Heinrich Wenzel.

Othmar (Ottomar) Wenzel (geb. 4. 5. 1842, gest. 24. 4. 1922) heiratete am 2. 7. 1876 Elise Müller (geb. 2. 9. 1856, gest. 24. 10. 1898) und übernahm 1876 das elterliche Geschäft.

(siehe auch Foto im rechten Bildlauf.)

 

 

 

 

Johanna Wenzel (geb. 16. 5. 1844, gest. 28. 5. 1922) heiratete am 10. 2. 1872 den Zuckerfabrikanten Rudolf Müller (geb. 1. 1. 1836, gest. 26. 2. 1886). Dieser verlor durch gewagte Spekulationen sein gesamtes Vermögen und nahm sich das Leben, die Gattin und 5 Töchter in schwieriger Lage zurücklassend.

(siehe auch Foto im rechten Bildlauf.)

 

 

 

 

Pius Wenzel (geb. 25. 7. 1846, gest. 20. 3. 1848) starb als Kleinkind

 

 

Antonia Wenzel (geb. 25. 4. 1848, gest. 1. 10. 1897) war im Geschäft des Vaters tätig und übernahm später die Pflege ihrer betagten Eltern.

Joseph Wenzel (geb. 7. 1. 1850, gest.) war Inhaber eines Herrenmodewaren- Geschäftes in Wien und heiratete am 24. 11. 1877 die Inhaberin eines führenden Damenmodewaren-Geschäftes in Paris, die Französin Marion ("Mariso") Mayer (geb. 4. 4. 1850, gest. 4. 4. 1843 oder 1850).

(siehe auch Foto im rechten Bildlauf.)

 

 

 

 

Hermine Wenzel (verh. Stüdl) war die vorletzte in der Geschwisterreihe.

 

 

Marie Wenzel (geb. 16. 7. 1856, gest. 19. 5. 1914), die Lieblingsschwester von Hermine Stüdl heiratete am 14. 5. 1879 den Buchhändler Gustav Neugebauer (geb. 7. 9. 1876, gest. 3. 10. 1921).
siehe auch Foto um rechten Bildlauf.

Die beiden Familien blieben stets in engem Kontakt. Sofort nach seiner Übersiedlung nach Salzburg, im Jahr 1919, schrieb Johann Stüdl seinem Schwager, und überredete ihn in bewegten Worten ebenfalls nach Salzburg zu kommen. Siehe Seite "Salzburg > "Hochverehrter Schwager".

Tatsächlich übersiedelte dieser mit seinen beiden Söhnen auch in die Salzachstadt, wo er aber schon kurz darauf starb.
(Siehe Foto im rechten Bildlauf.)


Sohn Viktor Neugebauer übernahm das Spielwarengeschäft "Neumüller" Ecke Getreidegassse / Rathausplatz. (Siehe Foto im rechten Bildlauf.

 

 

 

 

 

Sohn Otto war Inhaber der "Mayrischen Buchhandlung" in der Theatergasse. (Siehe Foto im rechten Bildlauf.)

 

 

Anlässlich der Übersiedlung der Familie Stüdl nach Salzburg verfasste Otto Neugebauer dieses kleine Büchlein als Abschiedsgeschenk für seinen Cousin Max und dessen Gattin Gusti.

Der gereimte Text nimmt teilweise auch auf die schwierige politische Lage in Prag Bezug. 

Alle Seiten (mit Ausnahme der Leerseiten), sowie die Abschrift der jeweiligen Texte, finden Sie auf der Seite > "Lesestoff / Abschieds-Büchlein von Otto Neugebauer". 

 

 

 

Johann und Hermine

Johann und Hermine Stüdl führten eine äußerst glückliche Ehe, trotzdem Hans oft längere Zeit von zu Hause weg war.

Als Kaufmann unternahm er ausgedehnte Einkaufsreisen, die ihn bis nach Norwegen und in die Türkei führten.

Als Mitglied und Funktionär des Deutschen und Österreichischen Alpenvereines, vor allem aber als Obmann der Sektion Prag, (Siehe > "Der Alpenverein / Sektion Prag") hielt er Sitzungen ab, war oft auf Tagungen, kontrollierte Hütten und Führerstandorte und unternahm so manche Bergtour.

Die Berge waren ja, wie er selbst einmal sagte "die zweite große Liebe meines Lebens", und sie hielten ihn auch gesund! Es war ja erstaunlich, welche Strapazen er bei seinen Touren - trotz seines Lungenleidens - bewältigte.

Die Leidenschaft für die Berge teilte Gattin Hermine nicht wirklich mit ihrem Gemahl. Vielleicht, weil die Hochzeitsreise in Eis und Schnee zur neu eröffneten Clarahütte mehr die Schrecken, denn die Schönheiten der Berge für sie bereit hielt. (Siehe  > "Der Bergpionier / Hochzeitsreise in Eis und Schnee")

Dennoch gab es auch gemeinsame Wanderungen - später zusammen mit den Kindern, wie wir an diesem entzückenden mit Gräsern und Blüten verzierten Kärtchen ersehen, mit welchem sich Hermine für einen schönen Aufenthalt in Lofer bei "Papa" (ihrem Gatten) bedankt.

Hermine Stüdl - die "Mutter" der Sektion Prag des DuÖAV.

Darüber hinaus hatte Gattin Hermine nicht nur Verständnis für die Aktivitäten ihres Mannes, sie unterstützte ihn auch in seiner Arbeit soweit ihr dies möglich war.

Nicht selten gab es auch Ärger und Enttäuschungen für Hans. Dann war Hermine eine geduldige Zuhörerin, wusste ihn zu trösten und zu besänftigen.

Selbst Mitglied der Sektion Prag, prüfte sie Listen und Zahlungsbelege und erledigte manches, was sonst an Schriftlichem beim Hütten- und Wegebau anfiel.

Sie nähte und strickte für die arme Bergbevölkerung, packte Hilfs- und Weihnachtspakete, schrieb Kochrezepte für die Groder-Wirtin und andere.

Als nach und nach die Hütten der Sektion entstanden, ging sie von Geschäft zu Geschäft, um das günstigste Geschirr auszusuchen, bestellte Decken und Federn für die Polster... Die Liste ließe sich lange fortsetzen!

Oft wurden Sektionssitzungen bei Stüdls abgehalten. Da saß man dann bis spät in die Nacht, grübelte und rechnete, was die nächste Hütte kosten sollte.

1901 gründete Hermine mit anderen Damen im Alpenverein ein Damen-Komitee, um die Einrichtung für die Neue Prager Hütte zusammen zu bringen. (Siehe > "Der Alpenverein / Die Hütten der Sektion")

Die "Kathl".

Als Johann Stüdl um 1880 mit der Sektion Prag den Wirkungsbereich in die Zillertaler Berge verlegte, fand Hans das Speisenangebot im bescheidenen Gasthaus der Familie Fankhauser im Roßhag etwas gar zu eintönig. "Immer Schmarrn, hartes Fleisch, Butterbrot und Käse ..." das war, fand er doch "etwas magere Kost". Was tun? Rezepte schreiben, wie für die Groderwirtin in Kals? Zunächst richtete er im Roßhag das erste Proviantdepot ein.

(Lesen Sie dazu den Beitrag von Johann Stüdl "Über Proviantdepots" in den "Mittheilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins" Band VII, Jahrgang 1891, Seite 152: http://www.literature.at/viewer.alo?objid=1045039&page=158&zoom=3&viewmode=fullscreen)

Gattin Hermine fand aber eine bessere Lösung. "Lassen wir die Fankhauser Kathl (die Schwester des bekannten Führers David Fankhauser) zum Kochenlernen nach Prag kommen! ... In der Schwarzenberg'schen Fürstenküche, da isst man am besten." Kardinalfürsterzbischof von Schwarzenberg hatte Humor, und nahm die Kathl in seiner Küche auf. Es soll sehr lustig zugegangen sein, solange die Kathl in der fürstlichen Küche den Kochlöffel schwang. Emerentia, die bewährte Wirtschafterin, lachte oft Tränen über die Späße der Zillertalerin.

Untergebracht war die Kathl im Stüdel'schen Haus. Auch hier wurde viel gelacht. Nach und nach kamen auch die Schwestern der Kathl nach Prag und auch sie waren eifrige Schülerinnen.

Jedenfalls zahlte es sich aus für die Fankhauserischen. Es sprach sich schnell herum, dass man im Roßhag eine vorzügliche Küche fand. Stüdl hatte außerdem die nötigen Töpfe und Pfannen beigesteuert, und er versorgte den Gasthof mit Gewürzen und Spezereien, vor allem aber mit erlesenen Weinen aus seinem Untenehmen.

Liebe Gäste - gute Freunde.

Hermine Stüdl war aber nicht nur die ideale Gattin, sie war auch eine perfekte Gastgeberin, denn Hans Stüdl liebte Geselligkeit. Mit Gelehrten, Alpinisten und Künstlern führte man angeregte Gespräche. Freunde kamen um zu plaudern und zu lachen, wenn Stüdl Anektoten aus seinem Bergsteigerleben erzählte, oder in unnachahmlicher Weise den Thomele (Führer Thomas Groder) nachahmte.

E.F. Hofmann aus München hat in seinem Beitrag "Bergvater Stüdls Leben" im Rahmen der Festschrift "Deutscher Alpenverein Prag 1870 - 1930" die wichtigsten Freunde aufgezählt, die die Gastfreundschaft des Stüdl'schen Hauses genossen haben, wobei er die Mitglieder der Sektion Prag - bis auf wenige Ausnahmen - nicht einzeln anführte. In der Liste der Freunde fehlt auch Karl Hofmann, der früh Verstorbene, und Karl Haushofer der Freund aus Kinder- und Jugendtagen, Schriftführer im DAV, später auch DuÖAV, der Stüdl und seiner Gattin zur Hochzeit ein Ölbild von der Kampenwand malte und zum Geschenk machte. (siehe > "Kindheit und Jugend / Kampenwand".)

Manche Namen sind auch heute noch - nicht nur in Bergsteigerkreisen - geläufig; wie zum Beispiel (Zitat:)"Julius Payer, von ersten Zeiten an mit ihm (gemeint ist Stüdl) alpin bekannt, hat in der eigenartigsten Weise auf ihn eingewirkt. Mag er - es ist nicht erwiesen - auch der eigentliche Urheber der Hütte auf der Vanitscharte gewesen sein, oder nicht, sicher war er es für das Ortlerhaus (gemeint ist die Payerhütte); sicher auch einer der Treibenden im Österreichischen Alpenverein; unruhiges Blut, bald da, bald dort, zündend mit seinen Ideen, Freundschaftsbeweise heischend - ein Irrlicht, auftauchend, Abschied nehmend, sich wärmend an des anderen gesicherter Weise!"

"Daneben Grohmann, zurückhaltend und dennoch begabt mit leidenschaftlichem Empfinden, erbarmungslos in der Konsequenz seiner Ziele, einer der Treuesten in Stüdls großem Kreis."

"Dominicus, der Prager Erschließungsschüler, Dr. Hammerschlag, der feinsinnige, vornehm denkende Rechtsberater, Hofrat Kmoch, den Überanstrengung in die Nacht des Irrsinns stürzte und seine Frau (Anmerkung: Hermine, bzw. Herma geb. Groß), den Kindern Stüdls die herzerfrischende Wahltante, das Ehepaar Chiari, der Innsbrucker Dellacher, Kinderarzt Hecker aus München, mit dem die Familie gerne reiste, der Karlsbader Schöttner, Viktor Bernhard, der urwüchsige, kraftstrotzende Geheimrat Arnold, die "Würze des Alpenvereins", Excellenz Burkhard mit seinem hinreißenden Temperament, Specht aus Wien, Waitzenbauer und Trautwein aus München - kleine Auslese nur hinwiederum."

"Bei des letzten Namen sei verweilt! Er, einer der Stillen, deren Treue immer um Stüdl war, hat sein erstes alpines Hoffen, seine ersten hochtouristischen Taten mitangesehen, hat ihn beraten und gegen Amthor gestützt" (Anmerkung: Es ging dabei um die "Glockner Monographie", die Stüdl und Hofmann herausgeben wollten. Siehe > "Der Bergpionier/Oedenwinkelscharte und Bockkarscharte") "und ihn den Weg des Alpenvereins in langer Strecke aufwärts mitbegleitet. Die beiden band geheime Verschwisterung ähnlichen Wesens, nur daß dem Prager voller und reicher die Lose gemischt waren, als dem Münchner Buchhändler und Bibliothekar mit den beschränkten Geldern." (Lesen Sie dazu auf der Seite > "Lesestoff / Theodor Trautwein, die stille Seele des Alpenvereins" die Kurzbiografie von Elfriede Klein.)

"Hecht, der in Prag die Sektion in seiner Hilfsbereitschaft mit ihm gegründet, der Weg- und Führerwesen gemeinsam mit ihm gefördert, der immer heitere, gute alpine Kamerad, hat Stüdls Gedanken Monate, Jahre gegeben. Auch er hat des Obmanns Wege geteilt, in manchem mehr, als jener es geahnt."(Lesen Sie dazu auf der Seite > "Lesestoff / Dr. Victor Hecht - Ein Leben in der 2. Reihe" die Kurzbiografie von Elfriede Klein.) 

"Am Nächsten Stüdls Herzen in der Manneszeit war Eduard Richter. 33 Jahre innigster Gemeinschaft waren beiden beschieden, gleiche Familienfreuden und gleiche alpine Sorgen, nur dass es den einen hinaufhob auf den Präsidentenstuhl (Richter war als Obmann der Sektion Salzburg von 1883 - 1885 auch Präsident des Zentralausschusses des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins.), den anderen in seinem freudevollen Wirken zu Prag ließ, still hinter den Kulissen den Gesamtverein hegend. Am selben Tag Vermählung, Zufallstreffen auf der Hochzeitsreise im Münchner Eisenbahnwagen, die Annäherung der beiden Frauen, das erste Kind, ein Töchterchen im selben Jahr! Das gab die heitere Note mit für jene fruchtbringende Verknüpfung, die Stüdl-Richter hieß. Sie beide sahen die Ernte ihres Tuns, jeder von seiner Lebenswarte aus, jeder umgeben von geistigen Schülern, Verehrern und Freunden, jeder umsorgt von einer gütigen, verständnisvollen Gattin! Und beide suchte einst das Ende in der gleichen Stadt (gemeint ist Salzburg), daß ihre Gräber selbst beisammen liegen mochten." (Diese Feststellung entspricht nicht den Tatsachen. Eduard Richter lebte zwar von 1871 bis 1886 in Salzburg, wo später auf der nach ihm benannten "Richterhöhe" auf dem Mönchsberg ein Denkmal für ihn errichtet wurde, er starb aber 1905 in Graz und ist auch dort bestattet.) Lesen Sie auch die Kurzbiografie von Elfriede Klein auf der Seite > "Lesestoff/Professor Eduard Richter".

Der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit halber wurde in den obigen Zitaten (kursiv geschrieben) einige Satzzeichen zusätzlich bzw. anders gesetzt, die Namen fett hervorgehoben und Anmerkungen (fett) eingefügt, sowie eine Gliederung in Absätze vorgenommen. Die Rechtschreibung wurde aber der damaligen Zeit entsprechend belassen.

Die Familie Stüdl wächst ...

um 1880

Hermine Stüdl war aber auch eine gute Mutter. 3 prächtigen Kindern hat sie das Leben geschenkt: Olga, Ismene und schließlich Sohn Max.

Familie Stüdl um 1885 ...
und 1890.

Bis heute hat sich eine ansehnliche Nachkommenschaft entwickelt, die 1912 die 6. Generation der Ur- Ur- Ur- Ur- Ur-Enkel erreicht hat. Siehe  > "Alle Nachkommen von Johann und Hermine Stüdl" (Stammtafel).

Schwere Zeiten!

Die glücklichen Tage waren aber gezählt! Gattin Hermine erkrankte schwer, und das zu einer Zeit, wo auch die begüterte Familie Stüdl mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Lebensmittel wurden knapp. Obst verfaulte auf dem Land, weil die Transportmöglichkeiten nicht mehr funktionierten, und in den Städten froren und hungerten die Menschen.

Aus den Jahren 1917 bis 1918 sind zahlreiche Briefe von Johann Stüdl an sein "herzliebstes Ilserl", seine Enkelin Ilse Reinitzer erhalten, in denen er auch von seinen seinen Sorgen berichtet.

So zum Beispiel in seinem Schreiben vom 28. September 1918: "... Der Großmama geht es leider nicht besser. Es ist eher ein Rückschritt, als eine Besserung zu merken. Der Landaufenthalt bei (Tochter) Olga (siehe  > "Olga") war wohl recht günstig. aber zuletzt hatte sie einen Fall und einen Diätfehler gemacht und ist wieder schlechter geworden. Im Geschäft geht es immer flauer. Es sind immer weniger Artikel zu haben. Eine sorgenvolle Zeit ..."

Wie drückend die Situation für den beinahe 80-jährigen war, geht auch aus seinem Brief an Ilse vom 6. Oktober hervor: " ... die politischen Verhältnisse machen sich auch geltend und sind uns auch darin schlimme Zeiten voll Sorge beschieden. Eine traurige Zukunft für mich alten Mann, der der Ruhe endlich bedarf, und diese mir nicht beschieden ist. Mit täte nur das Ausruhen in der Ewigkeit am wohlsten..."

Mit diesem Telegramm verständigte Johann Stüdl seine Enkelin Ilse vom Tod der Großmutter.

Nur 11 Tage später, am 17. Oktober 1918 starb Hermine Stüdl. Sie hinterließ einen untröstlichen Gatten, der wochenlang die eigene Wohnung nicht mehr betreten mochte.

Das Ende des ersten Weltkrieges und der Zerfall der Monarchie zerstörten schließlich auch Stüdls heile Welt.

Wenigstens hatte er Kinder und Enkelkinder im Haus, die ihn wieder ein wenig aufrichteten und seine Zukunft neu organisierten, indem sie ihn bewogen, Prag den Rücken zu kehren und in Salzburg eine neue Heimat zu finden.

Max und Auguste Stüdl mit ihren Kindern Hansmax, Wolfgang und Gertraud. Die Kinder sollten deutsche Schulen besuchen. Deshalb übersiedelte die Familie nach Salzburg. Johann Stüdl folgte ihnen.

Hermine Stüdl wurde zunächst im Familiengrab am Wolschaner-Friedhof in Prag beigesetzt. Ihr Gatte ließ sie jedoch nach Salzburg überführen, wo sie schließlich im - ebenfalls von Prag nach Salzburg transportierten Familiengrab - ihre letzte Ruhestätte fand. (Siehe > "Salzburg")

 

Weiter: > "Olga"

Der Taufschein von Hermine Stüdl
Ausschnitt aus der Geburts- und Taufmatrikel der Pfarre St. Nikolaus (Prag Kleinseite). Eintrag der Geburt und Taufe des Sohnes Maximilian Andreas Stüdl, Rubrik die Mutter.
Abschrift: Wenzl Hermine Brigitta, eheliche Tochter des Wenzel Josef, Kaufmann und Hausbesitzer in Prag und dessen Gattin Antonia, geborene Grohmann.
Trauungsschein von Johann und Hermine Stüdl
Joseph und Antonie Wenzel
Franz und Auguste Mencik
Robert und Karoline Wenzel mit den Kindern Auguste, Georg, Robert und Rudolf.
Othmar und Elise Wenzel.
Johanna Müller mit ihren Töchtern Auguste und Edith.
Joseph und Marion Wenzel
Gustav und Marie Neugebauer mit ihren Kindern Viktor (stehend) und Otto (am Schoß der Mutter).
Papier- und Spielwarengeschäft Neumüller, Salzburg, Ecke Getreidegasse / Rathausplatz.
Mayrischge Buchhandlung, Salzburg, Theatergasse 1952. (Stadtarchiv Salzburg, Foto: Dr. Gernot Fuschlberger)
Johann und Hermine Stüdl vor ihrem Haus in Prag-Kleinseite.
Hermine Stüdl gründete das Damen-Kommitee für die Einrichtung der Neuen Prager Hütte.
Häufig gab es Gäste in Stüdls Wohnzimmer
Wie ihr Gatte, liebte auch Hermine Geselligkeit und erwies sich stets als perfekte Gastgeberin.
Konskriptionsbogen der Familie Johann und Hermine Stüdl. (Original im Tschechischen Staatsarchiv in Prag.
Hermine Stüdl um 1900.
Wochenlang konnte sich Stüdl, nach dem Tod der Gattin, nicht dazu entschließen, aus der Wohnung seines Sohnes im ersten Stock in diese darüber liegenden "kalten, leeren Räume" der eigenen Wohnung zu übersiedeln.
Dank der Familie für Beileidsbekundungen anläßlich des Todes von Hermine Stüdl.