Kampenwand

Die Sommerferien verbrachte die Familie Haushofer stets auf der Fraueninsel im Chiemsee, denn Max Haushofer war mit der Tochter des „Insel-Wirtes“, Anna Dumbser,  verheiratet und  hatte hier eine Malerkolonie gegründet.  

Im Jahre 1857 war Johann Stüdl auf die Fraueninsel eingeladen. Es wurde gezeichnet, gewandert und …  am 7. 8. 1857 hatte er ein Erlebnis, das für sein weiteres Leben prägend war: Mit seinen Freunden (den Haushofer-Brüdern und Franz Ruben, Sohn des bekannten Historienmalers Christof Ruben, der ebenfalls mit einer Dumbser-Tochter verheiratet war.) erstieg er die Kampenwand, jenen markanten Felswall im Süden des Chiemsees.

Von oben gesehen liegt der See wie ein herrlicher blauer Teppich dem Beschauer zu Füßen. Dreht man sich aber in die andere Richtung, dann versteht man die Begeisterung, die den jungen Stüdl erfasste, als er die herrliche Kette der Hochalpen und die faszinierende Gletscherwelt erstmals in seinem Leben erblickte. Voller Enthusiasmus schworen die Jünglinge einen feierlichen Eid, diese aus der Ferne lockenden Berggipfel eines Tages zu erobern.

Das Erlebnis auf der Kampenwand war der zündende Funke, dass Johann Stüdl zum Eroberer der Alpen, zum Mitbegründer des Alpenvereines, zum Fachmann für Hüttenbau und Organisator des Führerwesens und zum Wohltäter in vielen Bergbauerndörfern wurde.

In den nächsten 15 Jahren hat er dies alles bewerkstelligt. Dann beschloss er, das Leben ruhiger anzugehen und heiratete Hermine Wenzel, die Liebe seines Lebens.

(> „Die Familie / Gattin Hermine“)

Karl Haushofer schenkte dem jungen Paar dieses Ölgemälde von der Kampenwand zur Erinnerung.
Frauenchiemsee Aquarell von Johann Stüdl
Die Kampenwand von Norden
Blick von der Kampenwand über den Chiemsee
Blick von der Kampenwand nach S in die Hohen Tauern
Widmung von Karl Haushofer auf der Rückseite des Ölbildes von der Kampenwand.