Johann Stüdl in Salzburg

Stüdls Sohn Max und Schwiegertochter Auguste (Gusti) hatten beschlossen, mit ihren Kindern Prag zu verlassen; nicht nur, weil die wirtschaftlichen Perspektiven für die Weinstube und das Geschäft sehr schlecht aussahen, sondern vor allem, weil es in Prag nach der Gründung der Tschechischen Republik keine deutschen Schulen mehr gab, ihre Kinder aber in der Muttersprache erzogen werden sollten.

Max und Gusti Stüdl mit den Kindern Hansmax, Wolfgang und Traute.

Max Stüdl hatte ja 3 Jahre lang, von Herbst 1891 bis Sommer 1894, die Staats-Realschule in Salzburg besucht. Er kannte also diese Stadt und hatte sicher Freunde hier. So verwundert es nicht, dass er mit seiner Familie in der Salzachstadt eine neue Heimat suchte und fand.

Max Stüdl kaufte den Gasthof "Zur Goldenen Birne" und die dazu gehörenden "Tiroler Weinstube" in der Judengassse 1 (bzw. Rudolfskai 12). Am 10. Jänner 1919 wurde der Kaufvertrag zwischen ihm und der Besitzerin Leopoldine Koidl unterzeichnet und schon im Februar übersiedelte die junge Familie in ihr neues Domizil.

Das Kaufanbot für den Gasthof "Zur Goldenen Birne" von Frau Leopoldine Koidl an Max Stüdl in Prag.

 

Die Chronik des Hauses Judengasse 1 geht bis ins 14. Jahrhundert zurück, wo es 1370 in den Annalen als "Vital Choldrär's (auch Kollrär, Kollerer) Haus" erstmals erwähnt wird.

Etwas heruntergekommen wirkte der Gasthof "Zur Goldenen Birne" vor der Übernahme durch Max Stüdl.

Der Rudolfskai in Salzburg mit dem Gasthof "Birne", nach der Renovierung.

Am 25. März 1919 traf auch der Vater, Johann Stüdl, in Salzburg ein. Er bewohnte 2 Zimmer im 2. Stock mit dem kleinen Balkon.

 


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Die frühen Besitzer des Hauses Judengasse 1 in Salzburg. (Auszug aus dem Salzburger Landesarchiv.)
Johann Stüdl blickt von seinem Balkon auf Mönchsberg, Staatsbrücke und Salzach.