Die Stüdlhütte in Nöten

Als Johann Stüdl nach Salzburg übersiedelte, lag ihm aber noch etwas anderes ganz besonders am Herzen: Seine Hütte, die Stüdlhütte war ja während des 1. Weltkrieges nicht bewirtschaftet gewesen, und es war zu befürchten, dass es mit ihr nicht zum Besten stand.

Noch im Jahr 1919 machte sich Stüdl daher auf den beschwerlichen Weg, um die Schäden zu besichtigen. Seine Befürchtungen wurden noch um einiges übertroffen.  

Nun aber war Stüdl kein reicher Kaufmann mehr, der die Mittel zur Sanierung aus Eigenem aufzubringen vermochte. Das Geschäft in Prag hatte unter dem Wert verkauft werden müssen, und ein Großteil dieses Geldes war in das Haus in der Salzburger Judengasse investiert worden. Die einsetzende Inflation tat ein Übriges, um Stüdl zum Bittsteller werden zu lassen. Seinem Ersuchen um Unterstützung bei der Instandsetzung der Stüdlhütte wurde allerdings vom Zentralausschuss des Alpenvereins großzügig Folge geleistet.

(Abschriften der 2 gegenständlichen Briefe an den Zentralausschuß des DuÖAV sowie des Dankschreibens nach positiver Erledigung finden Sie auf der Seite > "Lesestoff / Briefe an den Zentralausschuß".)

So konnte Stüdl konnte bei seinen Besuchen 1921 und nochmals 1922 nach erfolgter Sanierung befriedigt feststellen, dass das Bergsteigerheim seine Funktion voll erfüllen konnte und auch die Besucherzahlen wieder im Steigen begriffen waren. (Siehe auch > "Die Stüdlhütte / Der 1. Weltkrieg")

1921 Die Kriegsschäden an der Stüdlhütte sind behoben. Ihr Erbauer, Johann Stüdl, ist zufrieden.

Nicht nur um die Stüdlhütte kümmerte sich der über 80-jährige. Auch bei anderen Hütten sah er nach dem Rechten, und von Salzburg aus nahm er die Führerversammlungen wieder auf.

Wir erfahren dies aus einer Korrespondenzkarte an seine Tochter Ismene in Graz, vom 9. August 1923, wo er schreibt: "Morgen kommt Prof. Hackel von seiner Alpentour zurück, sodass ich die vielen Ehrenämter in seine Hände zurücklegen werde. Nächste Woche werde ich meine Führer- und Hütteninspektion antreten ..."

 

Weiter: > "Lieber Schwager"

Die Stüdlhütte nach dem 1. Weltkrieg.