In der Sektion

Johann Stüdl kannte ja Salzburg schon von früher, war die Sektion Salzburg (gegründet am 3. 8. 1869) doch eine der ersten im DAV und es wurde hier am 9. 9. 1871 die 2. Generalversammlung abgehalten; damals unter dem  Vorsitzenden Prof. Eduard Richter.

Unmittelbar vor dieser Versammlung, Ende August unternahmen Stüdl und Richter ihre gemeinsamen "Wanderungen in der Venediger Gruppe". (siehe "Der Bergpionier / Eduard Richter")

Am 14. August 1882 wurde neuerlich eine Generalversammlung (nunmehr des DuÖAV) in Verbindung mit dem IV. internationalen alpinen Kongress in Salzburg abgehalten. 

Außerdem war Salzburg von 1883 bis 1885 Vorort des Vereines, d.h. der Ausschuss der Sektion Salzburg war gleichzeitig Zentralausschuß, Prof. Richter also 1. Vorsitzender des Gesamtvereines.

1884, 1885, 1891 und 1894 wurden hier "Führer-Instructionskurse" abgehalten.

Bei allen diesen Gelegenheiten war Stüdl natürlich in Salzburg anwesend. Höchstwahrscheinlich hat er von hier aus auch gemeinsam mit seinem Freund Richter die große Watzmann-Tour unternommen.

Prof. Eduard Richter - von 1883 bis 1885 Vorsitzender der Sektion Salzburg - bewohnte damals mit seiner Gattin den Wehrturm auf der später nach ihm benannten "Richterhöhe".

Ein Denkmal  an dieser Stelle erinnert ebenfalls an den Geographie-Professor und Verfasser vieler wissenschaftlicher Werke. (1847 - 1905)

Sicher erinnerte sich der alte Herr (Johann Stüdl) an diese Zeit, als er mit Freunden auf der Richterhöhe rastete.

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Wer sind die Begleiter von Johann Stüdl ?

Auskunft erbeten per E-Mail an  stuedlweb(at)live.de

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So ähnlich wird wohl auch Der AV-Ausweis von Johann Stüdl ausgesehen haben, als er der Sektion Salzburg des DuÖAV beigetreten ist. (Dieses Dokument mit der Nr. 4076 der Sektion Austria, gehörte dem k.k. Finanzrat Theodor List. - Aus: "Alpenverein" von Anneliese Gidl).

Interessant ist, dass die Vorbesitzerin des Gasthofs "Birne", Leopoldine Koidl, "Herbergsmutter" der Sektion Salzburg des Alpenvereines war. Es ist anzunehmen, dass die Sektion bei der Übergabe des Hauses an Max Stüdl als Vermittler fungiert hatte. Jedenfalls fanden auch weiterhin Ausschuss-Sitzungen und gesellige Veranstaltungen der Sektion in den Räumen von "Stüdl's Birne" statt.

So fühlte sich Johann Stüdl nicht nur im neuen Wohnhaus  bald "wie daheim", auch die Sektion Salzburg des DuÖAV wurde sozusagen sein zweites Zuhause.

Anläßlich seines 80. Geburtstages veranstaltete die Sektion Salzburg am 26. Juni 1919 in "der Birne" eine Feier, bei welcher neben der Familie Stüdl und  den Mitgliedern der Sektion auch zahlreiche Alpenvereinsfunktionäre des Gesamtvereins und anderer Sektionen anwesend waren.

Im Salzburger Volksblatt erschien darüber ein ausführlicher Bericht.

Der folgende Original-Ausschnitt wurde - um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten - dahingehend verändert, dass die 2 Textspalten auf eine zusammengestellt und der Titel, entsprechend verkleinert, darüber gesetzt wurde. 

In seiner Ansprache zu Stüdls Geburtstagsfeier hatte der 1. Vorsitzende der Sektion Salzburg, Dr. Heinrich Hackel dem Jubilar nicht nur die Glückwünsche ausgesprochen, sondern ihn auch gebeten, der Sektion ein Freund zu werden.

In seinem, 1960 erschienenen Buch "Meine Berge, mein Leben" schrieb Dr. Hackel über die Begegnung mit Stüdl: "Nicht eine flüchtige Bekanntschaft, sondern dauernde Freundschaft verband mich mit Johann S t ü d l, der seinerzeit als 'Nestor des Alpenvereins das größte Ansehen genoß. Er war ja einer der Gründer des Deutschen Alpenvereins (1869), der sich dann fünf Jahre später mit dem älteren Österreichischen Alpenverein (1862) vereinigte. ..... Als echter Alpenvereinler trat er sehr bald unserer Sektion bei und ließ sich auch in unseren Ausschuß kooptieren. Bis in seine letzten Jahre beseelte ihn ein unermüdlicher Tatendrang; wie oft kam er zu mir: 'Lieber Freund! Ein armer Arbeitsloser steht vor Dir und bittet um Beschäftigung!' Er ließ sich zu allem anstellen; wenn es gar nichts anderes gab, so malte er Wegetafeln (Eine stand noch vor kurzem auf dem Jennersattel)."

 

 

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Was Heinrich Hackel in seinem Buch sonst noch über Johann Stüdl schrieb finden Sie hier: > "Lesestoff / Meine Berge, mein Leben", ebenso wie die reizende Geschichte, die seine Gattin Maria Hackel im Buch ihres Gatten veröffentlichte: >"Vater Stüdls letzte Bergfahrt"

Das Denkmal für Eduard Richter auf dem Mönchsberg in Salzburg.
Prof. Dr. Heinrich Hackel war Obmann der Sektion Salzburg, als Johann Stüdl von Prag in die Salzachstadt übersiedelte. Die beiden Männer verband bald eine herzliche Freundschaft.
Hackels Buch, "Meine Berge, mein Leben", enthält einige nette Anektoten, die auf dieser Seite teilweise zitiert werden. Alle Johann Stüdl betreffenden Texte finden Sie auf der Seite "Lesestoff".