Sektion Prag und Oberland

Kaum hatte die Sektion wieder die Verantwortung über die Stüdlhütte übernommen, kamen auch schon große Auslagen auf sie zu. Die "Problemwand" auf der Südseite musste fast komplett abgerissen und auf stabilem Fundament neu aufgerichtet werden. Gleichzeitig wurde im Inneren durch Abriss einer Zwischenwand ein geräumiger Aufenthaltsraum mit Kachelofen geschaffen. 1961 erhielt die Hütte - wieder einmal - ein neues Blechdach.

Vorher ging man die immer dringlicher werdende Einrichtung einer Materialseilbahn an, wobei der Hüttenpächter Thomas Huter (seit 1952) durch tatkräftige Mithilfe dazu beitrug, dass die Kosten erschwinglich gehalten werden konnten. Am 14. Juli 1963 wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen. Sie endete damals etwa 200 m von der Hütte entfernt . Die Stichseilbahn zur Hütte wurde erst 1987 installiert.

100 Jahre Stüdlhütte

Am 7. Und 8. September 1968 wurde das 100-jährige Bestehen der Hütte gefeiert. Der Sektionsvorsitzende Dr. Josef Lippert konnte neben zahlreichen Vertretern der Behörden und Alpinen Vereinen auch 6 Enkel und etliche Urenkel von Johann Stüdl begrüßen.

Ein ausführlicher Bericht darüber erschien im "Osttiroler Boten" vom 12 September 1968. Eine Abschrift des Textes auf diesen beiden Seiten finden Sie auf der Seite > Lesestoff / "Osttiroler Bote  100 Jahre Stüdlhütte"

In den nächsten 7 Jahren gab es keine größeren Investitionen auf der Stüdlhütte, denn der Sektion erwuchsen hohe Kosten bei der Sanierung der Prager Hütte.

Erst 1978 waren wieder Mittel verfügbar, um neue Waschanlagen und Toiletten zu installieren. 1987 musste die Bergstation der Materialseilbahn neu gebaut werden und schließlich entstand - dem zunehmenden Wintertourismus Rechnung tragend - ein eigenes Winterhaus.

1988 bis 1991 wurde eine Verbesserung der Wasserversorgung durch neue Zuleitungen und die Installation einer neuen Kläranlage in Angriff genommen.

Die Gruppe Prag in der Sektion Oberland des Deutschen Alpenvereins.

Damit hatten sich aber die finanziellen Ressourcen der "heimatlos" gewordenen Sektion (siehe > "Der Alpenverein / Der 2. Weltkrieg") erschöpft.

Dabei wären Millionen Schillinge vonnöten gewesen, um eine dringend notwendige Generalsanierung der Hütte in die Wege zu leiten. Es zeigte sich nämlich, dass sich die Hütte im Laufe der Jahre über die Grundrissdiagonale um 40 cm gesenkt hatte. Wind und Feuchtigkeit hatten dem Mauerwerk arg zugesetzt, sodass es an manchen Stellen kaum mehr Dach und Decken tragen konnte. Es war klar, dass die Sektion die Erhaltung ihres Hüttenbestandes auf Dauer nicht mehr leisten konnte, weshalb sich der Vorstand nach starken Partnern umsah, und es kam am 1. 1. 1992 zu einem Übertritt der Sektion Prag in die Sektion Oberland des DAV, wo sie sich  als "Gruppe Prag in der Sektion Oberland" konstituierte. Ein notarieller Vertrag besiegelte den Übertrag des Hüttenbesitzes.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Hüttenstempel der Stüdlhütte, die in der jeweiligen Bezeichnung für die Sektion Prag deren Geschichte widerspiegeln.  

Weiter: > "Der Neubau"

Bericht über die neue Materialseilbahn zur Stüdlhütte im "Osttiroler Boten" vom 18. Juli 1963.
Einladung zur 100-Jahr-Feier der Stüdlhütte.
100 Jahre Stüdlhütte. Die Feier begann mit einer Bergmesse
Unter dem Bild des Ahnherrn versammelt: Enkel Hansmax Stüdl mit Gattin Anna, dessen Schwester Gertraud Lindinger (geb. Stüdl) mit ihren Töchtern Hedwig Turner und Gundula Hauser.
Auch Nachkommen von Stüdls Tochter Ismene Reinitzer waren bei der 100-Jahr-Feier auf der Stüdlhütte anwesend. Insgesamt war die Familie durch 6 Enkel(innen),und 7 Urenkel(innen) vertreten.
1987 errichtet: Das Winterhaus. Im Hintergrund die Seilbahnstation