Mit dem Fernrohr in der Hand

In den schwierigen Jahren vor, im und nach dem 1. Weltkrieg schien Stüdls Malerhand zu ruhen. er hatte wahrlich genug andere Sorgen.

Nach der Übersiedlung nach Salzburg kehrte mit der Lebensfreude auch die Schaffenskraft wieder zurück.

In Stockwinkel am Attersee, dem Feriendomizil seines Sohnes Max und dessen Familie entstand dieses Aquarell: 

 

 

"Stockwinkel am Attersee", Aquarell, um 1919.

Auch für die Sektion Salzburg des Alpenvereins setzte Stüdl sein Mal- und Zeichentalent ein.

Zum Beispiel malte er Wegetafeln "... wenn es gar nichts anderes zu tun gab ...", wie sich Dr. Heinrich Hackel, damals erster Vorsitzender der Sektion, in seinem Buch "Meine Berge, mein Leben" erinnert. 

Stüdls Enkelin Traute, zu dieser Zeit 6 - 7 Jahre alt, sah gerne zu, wenn der Großvater die "Täfelen" wunderschön mit Alpenblumen verzierte. "Täfele-Maler", so bezeichnete er sich selbst bei dieser Tätigkeit.

Laut Dr. Hackel stand noch in den 60er-Jahren eine von Stüdl gemalte Wegetafel auf dem Jenner-Sattel am Weg vom Jenner-Gipfel zum Stahlhaus.  

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Wer kann sich daran erinnern, oder hat vielleicht sogar ein Foto davon? Nachrichten erbeten  an diese E-Mail-Adresse: stuedlweb(at)live.de.

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Das Stahlhaus am Torrenerjoch

Gemalt von Johann Stüdl 1923 im 84. Lebensjahr.

Eine Geschichte zu diesem Bild finden wir ebenfalls in Hackels Buch: „Als unser amerikanisches Mitglied, Karl von Stahl, durch reiche Geldspenden die Erbauung des nach ihm benannten Schutzhauses auf dem Torrenerjoch ermöglicht hatte, wollte er (Stüdl) ihm eine Weihnachtsfreude machen und ein Aquarellbild des Hauses schicken; und so ging der über 80-jährige noch im Spätherbst für einige Tage auf das Joch“. Die ganze Anekdote finden Sie auf der Seite > "Lesestoff / Meine Berge, mein Leben" 1960.

 

Karl von Stahl musste mehrmals die Mittel für dieses Haus überweisen, denn durch die in den 20er-Jahren galoppierende Inflation, waren sie oft schon um mehr als die Hälfte geschrumpft, ehe sie die Handwerker erreichten. Daher konnte Stüdl erst im Spätherbst zum Torrenerjoch aufsteigen, um das Haus zu skizzieren.

 

Kurz vor seinem Tod zierte Stüdl die Vorderfront des Stahlhauses mit einem landesüblichen „Scheibenbild“. (Gibt es noch irgendwo ein Foto davon? Bitte unter „Kontakte“ melden.)

 

 

Auch auf seiner letzten Bergtour auf die Söldenhütte (jetzt: Heinrich-Hackel_Hütte), am Südabhang des Tennengebirges, waren Skizzenbuch, Farben, Pinsel und Stifte wieder mit dabei.

 

Unerwartet tauchten aber Probleme auf. Heinrich Hackel schildert sie in seinem Buch: „… später ging er auch auf die Söldenhütte, um die herrliche Aussicht auf die Tauern und den Hochkönig zu malen, stieß dabei aber auf unerwartete Schwierigkeiten. Da er sich verpflichtet fühlte, jede Einzelheit auf das Papier zu bringen, betrachtete er die fernen Gipfel ständig durch das Fernglas. Dadurch fielen sie ihm aber immer zu groß aus und stimmten nicht mehr zu dem schon festgelegten Vorder- und Mittelgrund. Missmutig ließ er die Hand sinken: Das Werk blieb unvollendet; aus seinem Nachlass habe ich es mir, so, wie es war, noch auf das Reißbrett aufgespannt, erbeten.“

 

 

Wer kann Auskunft über den Verbleib dieser letzten Arbeit von Johann Stüdl geben? Dr. Heinrich Hackel hat sie aus dem Stüdl-Nachlass erhalten. Gibt es vielleicht ein Foto davon?

(Bitte unter „Kontakte“ melden.)

 

 

Alle Texte über Johann Stüdl aus dem Buch „Meine Berge, mein Leben“ von Dr. Heinrich Hackel finden Sie auf der Seite > "Lesestoff / Meine Berge, mein Leben" 1960.

 

 

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